Pecunia

Die finanzielle Situation des THEATER STOK ist
in ständiger Bewegung und bleibt somit stabil:
1970 – 1982:    keine Unterstützung
1983 – 1991:    Fr. 50'000
1992 – 1994:    Fr. 80'000
1995 – 2003:    Fr. 40'000
2004 – 2007:    Fr. 50'000
2008 – 2011:    Fr. 33'000
2012  – 2015    Fr. 33'000 


Das THEATER STOK ist ein Einzelhandelsunternehmen mit einem
Trägerverein. Die städtische Subvention ist zusammen mit den
Einnahmen aus den Vermietungen ausschliesslich für den Raum
bestimmt. Eigenproduktionen müssen selbst finanziert werden.
Die Jahresgage der Theaterleitung beträgt 42‘000 Franken.

 

Schlüsselzahlen 2012:

Gesamtausgaben                          91'366.80
Gesamteinnahmen                        92‘150.70
Städtische Subvention                    33'000.--
Subvention pro Besucher                        3.05
Eigenleistung                                       65 %
Auslastung des Raumes                      100 %
Anzahl Veranstaltungen                       183
Anzahl ZuschauerInnen                   10’690
Durchschnittliche Besucheranzahl            58
das sind bei 70 Plätzen                         83 %

 

Das THEATER STOK ist nach wie vor begehrter und intensiv genutzter Spielort. Der Betrieb mit unterschiedlichsten Mietern kann nur funktionieren dank eingespielter Disziplin und beinahe täglicher Anwesenheit der Leitung. Wir schauen uns jede Veranstaltung an und stellen fest wie viel harte Arbeit, Lohnverzicht und Kreativität bei den meisten Produktionen vorhanden sind. Für alle, die hier auftreten gelten die Kriterien: Arbeit und Leistungswillen. Nicht immer gelingt alles zur Zufriedenheit aller, doch Scheitern wird, ja muss im Theater - anders als in Wirtschaft und Politik – toleriert werden. Ein Künstler kann unmöglich funktionierende Routine am Schreibtisch entwickeln: er muss ausprobieren, er muss x-mal öffentlich scheitern, bevor es klappt. Öffentliches Scheitern erachten wir nicht als Tragödie sondern als notwendigen Prozess. Diese Lernkurve gibt es nur in ganz wenigen Bereichen, gerade deshalb ist es wichtig, dass es einen Ort gibt, wo man sich ausprobieren kann. Erfreulich ist die Tatsache, dass sich insgesamt gesehen das künstlerische Niveau der Auftretenden steigert. Viele Gruppen und Solisten bauen sich  ein treues Publikum auf. Die Zuschauer sind der Kitt, der einen Teil der Gesellschaft zusammenhält. Sässe ein Jahrespublikum des THEATER STOK in einem Saal der ca. 10'000 Personen fasst, so ergäbe sich ein buntes Gemisch aus allen Schichten und Altersstufen. Schön wäre es, wenn sich dieses Bild auch im Einzelnen spiegeln würde. Doch seit die Berichterstattung, vor allem die Kulturkritik in den Zeitungen beinahe wegfällt, bemüht sich jeder und jede um den eigenen Zuschauer. Dabei werden zweifelhafte Wege erprobt, zum Beispiel die neue Methode der bezahlten Kritiken auf theaterkritik.ch und kulturkritik.ch. Unzweifelhaft hingegen ist die Tatsache, dass die elektronischen Medien eine grosse Rolle in der Vermarktung und im Wettbewerb spielen. Die lebendige Neugier allerdings bleibt auf der Strecke.

  abakus