Der Narr

ZBIGNIEW STOK (1924–1990) verbrachte Kindheit und Jugend in Wilno und Warschau. Im 2. Weltkrieg war er Partisan, kam acht Monate ins KZ Majdanek. Flucht nach Italien. 1949 Rückkehr nach Polen, dann sechs Monate in russischer Gefangenschaft. Theaterhochschule in Warschau. Er wurde Leiter des Teatr Sensacji und der Künstleragentur Estrada, jüngster Theaterintendant Polens und erster polnischer Regisseur, der nach dem Krieg in Deutschland Regie führte und «Faust» in Saarbrücken inszenierte.

1968 wurde Zürich seine Wahlheimat. Als „Zbigniew Stok’s
Kammertheater“, in einem Studentenlokal an der Leonhardstrasse provisorisch eingerichtet, nahm das Theaterabenteuer im April 1970 seinen Anfang. Nach dem Provisorium wurde ein festes Domizil am Hirschengraben 42 gefunden. Zusammen mit Erica Hänssler hat Zbigniew Stok mit der Weisheit des Narren und allen Schwierigkeiten zum Trotz das Theater bis zu seinem Tod am 21. August 1990 geführt. Sein Grabstein auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich trägt einen Narrenkopf und die Inschrift «Ars longa, Vita brevis».

Die bewegte und bewegende Geschichte Zbigniew Stoks steht im THEATERTAGEBUCH.